Multikulti-Card ’13: Claudia Stöckl

Posted on May 27, 2013 in News, Portraits, Slider | 0 comments

Jedes Jahr zeichnet das AAI Graz am Multikulti-Ball eine Persönlichkeit mit der Multikulti-Card für Verdienste um Toleranz, gegenseitigen Respekt und friedliches Zusammenleben aus. Für ihr hingebungsvolles Engagement für eine bessere Zukunft für Kinder in Indien erhält Claudia Stöckl die Multikulti-Card 2013.

„Rubien vorm Hotel auszuteilen ist keine dauerhafte Lösung.“

Claudia Stöckl hat in ihrer beruflichen Laufbahn vieles erreicht: Fotomodell, freie Journalistin, Reporterin, TV-und Radiomoderatorin. Sie ist seit 1997 Moderatorin und Gestalterin der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ (jeden Sonntag von 9-11), mit rund einer Million Hörern wöchentlich Nummer Eins der österreichischen Interviewssendungen. Und die charismatische Medienfrau hat ihre Berufung gefunden.

Vor etwa 7 Jahren machte Stöckl eine Indienreise, auf der sie auch viel Elend und zahllose bettelnden Kindern sah. Zurück nach Europa trieb sie der Wunsch, etwas zu unternehmen. „Rubien vorm Hotel auszuteilen ist keine dauerhafte Lösung“, so Stöckl. Sie wurde auf den damals eher unbekannten österreichischen Verein „Zukunft für Kinder – ZUKI“ aufmerksam gemacht. Und sie schrieb an. Einfach so. „Es war glaube ich der 3. März 2006, mittlerweile wurde diese Email ausgedruckt und eingerahmt,“ erinnert sie sich mit einem herzlichen Lacher. Sie übernahm zunächst eine Patenschaft und danach Schirmfrauschaft, nun leitet sie gemeinsam mit Marlies Steinbach den Verein. Als Medienmensch verfügt sie über ein großes Netzwerk an Journalisten, so konnte Claudia Stöckl mediale Aufmerksamkeit erwecken und in Folge einer breiteren Masse die Arbeit des kleinen karitativen Vereins bekannt machen.

 

Eine kleine Ameise, die viel bewegt

Wenn Stöckl über ZUKI spricht, bei dem Dutzend Menschen mitwirken, ist ihre Hingebung authentisch und die Begeisterung ansteckend. Sie erzählt von den sog. Patenreisen, wo man als Pate oder Patin persönlich vor Ort sein und sich ein Bild von den Lebensumständen der betreuten Kinder machen kann. „Die Patenkinder freuen sich so sehr, ihre Paten kennenzulernen, die nun von Europa kommen, um sie zu besuchen“, strahlt Stöckl. Danach wird sie ernst und ein Hauch Melancholie schleicht sich in ihre Stimme. Sie erzählt von Sita, die in einer Schuhschachtel auf der Parkstreet in Kalkutta gefunden wurde. Das Kind ist heute 6 Jahre alt und wird vom Verein versorgt. Sie erzählt von Begegnungen mit jungen Müttern aus dem Rotlichtviertel, die mit 13 oder 14 zum Preis von etwa 20 Euro verkauft wurden und als Prostituierte arbeiten. Die jungen Frauen vertrauen ihre Kinder den Mitarbeitern des Vereinsan und sagen, „mein Zug ist schon abgefahren, aber meine Kinder sollen eine bessere Zukunft als ich haben.“

Stöckl ist es klar, dass dieses Engagement „auch eine riesengroße Veranstwortung“ bedeutet. Wenn es um unerwartete medizinische Notfälle, Naturkatastrophen etc. geht, heißt es, Lösung zu finden und schnellmöglichst zu handeln. „Der Verein bedeutet tägliche Arbeit für mich“, erzählt Stöckl schlicht, „wir haben kein eigenes Büro, fast alle im Team arbeiten ehrenamtlich. Ich nütze meine Freizeit, um die Sponsoren anzuschreiben, finanzielle Unterstützer zu überzeugen. Viele der Texte auf unserer Website schreibe ich selbst. Ich bin eine kleine Ameise und fast jede freie Minute wird in die diese Arbeit gesteckt.“ Da lacht sie herzlich auf und man merkt ihr an, dass sie in dieser Arbeit ihre Lebensaufgabe gefunden hat.

„Sie möchte ja nur ihr Image aufpolieren.“

Die Kinder wachsen einem ans Herz“, sagt sie mit einer aufrichtigen Ehrlichkeit, „sie sind wie eine Familie für mich“. Wenn sie es sagt, meint sie es auch. Sie erzählt mit voller Liebe von ihrem mittlerweile 17-jährigen Patenkind Sharmila Patra, „das ist die Patenschaft, mit der alles begonnen hat“. Etwas verlegen gesteht sie, dass sie Bilder von den Kindern als Hintergrundsbilder am Handy hat. Aber es gibt nicht nur Sonnenschein. Vor allem in Österreich wurde die beliebte Ö3-Moderatorin mit vielen negativen Kritiken konfrontiert, mit denen sie „gar nicht gerechnet hätte“. Sie musste sich mit dem Vorwurf einer Imageaufpolierung auseinandersetzen und auch Zweifel an der Spendenverwendung wurden laut. „Die häufigste Frage lautet: Kommt das Geld an? Also wir sind 3 mal in Österreich und 2 mal in Indien geprüft und natürlich kommen die Spendengelder an kommen an“, erklärt sie nicht ohne Stolz, „wir sind ein kleiner Verein und leisten maximale Hilfe mit persönlichem Einsatz.“  Der Verwaltungsaufwand, aber auch die Werbekosten werden so niedrig wie möglich gehalten, damit das Geld wirklich dort ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.

Ich verzichte halt auf die Liegestühle am Strand.“

Wie sieht es mit der Motivation aus? Da kommt ihre Antwort prompt: „Die Nähe zu den Kindern und die emotionale Beziehung“ sowie die große Unterstützung, die der Verein bekommt. Das sei nämlich das, was sie weitertreibe. „Ich bin noch immer wieder über die ungleiche Aufteilung dieser Welt erschüttert. Man kann etwas bewirken, dass die Kinder ein neues Leben haben und nicht mehr betteln gehen müssen. Da verzichte ich halt auf meine Yoga-Stunden, auf Liegestühle am Strand. “ Stöckls Worte bleiben keineswegs bloßes Lippenbekenntnis: Insgesamt betreut ZUKI 880 bedürftige Kinder in Ostindien, sie leben in ZUKI-Heimen und besuchen hier den Unterricht, tragen stolz ihre Uniform und blicken in eine bessere Zukunft.

Claudia Stöckl ist eine Frau, die die Ärmel hochkrempelt und anpackt. Wir gratulieren ihr zur Auszeichnung der Multikulti-Card und freuen uns, wenn sie am 15. Juni 2013 in Graz sein wird, um die Auszeichnung entgegenzunehmen und gemeinsam mit uns allen den Multikulti-Ball zu feiern!

Claudia Stöckl im O-Ton:

Insgesamt betreuen wir 880 bedürftige Kinder in Ostindien. ZUKI beherbergt 230 ehemalige Kinder von der Straße und aus den Slums Kalkuttas in Kinderheimen und gibt ihnen die Möglichkeit auf Schulbildung in einer eigenen Schule (Projekt Kalkutta). ZUKI gibt 500 Kindern die Möglichkeit auf Schulbildung in der verlassenen Inselwelt von Sundarbans, diese Kinder leben bei den Eltern (Projekt Sundarbans). ZUKI gibt 150 Straßenkindern täglichen Unterricht auf der Straße (Projekt Streetwork).

was derzeit am wichtigsten ist?

Finanzierung des Baus eines neuen Schlafsaales für weitere 40 Kinder (30.000€), Patenschaften für Sundarbans- hier haben wir noch 200 Kinder ohne Paten (18€ im Monat) – eine Patenschaft ermöglicht ihnen Schulbildung, eine warme Mahlzeit am Tag und medizinische Versorgung.

 

Nähere Infos zur Arbeit von ZUKI: www.zuki-zukunftfuerkinder.at

ZUKI – Ansprechpartnerin: Mag. Marlies Steinbach Tel. 0043 / (0)664 / 382 30 41 Fax 0043 / (0)2243 / 26429 11 E-mail an: office@zukunftfuerkinder.at

Zukunft für Kinder – ZUKI Passauergasse 25, 3400 Klosterneuburg, AUSTRIA

Spendenkonto: Bank Austria, Bankleitzahl: 12 000, Kontonummer: 09354402101 Konto lautend auf : Zukunft für Kinder – ZUKI IBAN AT23 1100 0093 5440 2101, SWIFT-Code BKAUATWW

Alle Spenden an “Zukunft für Kinder” sind steuerlich absetzbar!

 

Interview: Chia-Tyan Yang (Schubidu Quartett)
Fotos: Beigestellt
Slider: Magdalena Kahr (Schubidu Quartett)
Fotocredit: Michael Inmann

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