Von Kuba über Schladming nach Graz

Posted on Apr 30, 2012 in Portraits, Slider | 2 comments

Spaziergang mit Silvio Gabriel im Grazer Burggarten. Ein Tratscherl über kubanische Musik, kalte Winter in Europa, Silvios Lieblingsessen sterisches Backhendl, seine Band „Cuba Libre“ und warum er mit Sushi und langsamem Walzer nicht warm wird.

Bevor der gefragte Musiker aus Kuba sich auf den Weg nach Linz begab, wo er mit seiner Band Cuba Libre einen großen Auftritt auf der 3-jährigen Feier des kubanischen Lokals „Cafe Valdes“ hatte, trafen wir uns im Grazer Burggarten. Hier habe ich für euch ein kleines ABC aus dem Leben des temperamentvollen und sympathischen Sängers zusammengestellt:

A wie August. Silvio sang in verschiedenen Hotels in Kuba und wurde eines Tages von einer österreichischen Touristin „entdeckt“, deren Einladung Silvio annahm und im August 1998 nach Schladming kam, wo er auch 2 Jahre lang lebte.

A wie Alejandro. Das war jener Pianist aus Uruguay, der den damals in Schladming lebenden Silvio vor etwa 10 Jahren nach Graz einlud, um regelmäßig in Graz aufzutreten. Mit ihm trat Silvio auch 3 Jahre in Folge auf dem Multikulti-Ball auf.

B wie Backhendl. Das ist Silvios Lieblingsgericht der österreichischen Küche: „Ich kann es jederzeit essen. Mittag. Abend. Nacht. Ganz egal wann!“. Siehe auch „E wie Essen“.

C wie Cordon Bleu. Eines der ersten Gerichte, die er in Östereich kennenlernen durfte und seitdem über alles liebt. Siehe auch „E wie Essen“.

D wie Danson. Gemeinsam mit der Rhythmusform „Son“ gehört Danson zu den wichtigsten sog. Ritmo der traditionellen kubanischen Musik.

E wie Essen. Silvio liebt sowohl kubanisches als auch österreichisches Essen. Typisch für kubanische Gerichte: gegrilltes Hühner- und Schweinefleisch. Kochbananen in Stücken. Süßkartoffeln. Reis mit schwarzen Bohnen. Gutes kubanisches Essen in Graz kriegt man seiner Meinung nach z.B. in der „Cohibar“. Siehe auch „S wie Sushi“.

F wie Fahrrad. Der studierte Maschinenschiffbauingenieur und umweltbewusste Radfahrer repariert auch Fahrräder!

G wie Glitzer und Goldringe. Zu unserem Treffen kam Silvio im knalligen, goldenfarbenen Glitzerlook. Alles funkelte und glitzerte und glänzte.

H wie Herzdame. In Graz lernte Silvio auch seine Herzdame, deren Name sich von seinem nur in einem einzigen Buchstaben unterscheidet, „Silvia“ kennen und lieben. Ihretwegen zog er nach Graz und ist seit 2002 mit ihr glücklich verheiratet.

I wie Im Blut.Jedes kubanische Kind hat Musik und Tanz im Blut,“ behauptete Silvio stolz, „es gibt auch so viele wahnsinnig gute kubanische Musiker. Wir können gar nicht anders!“ Siehe auch „T wie Tanzen“.

J wie Juwelen. Siehe „G wie Glitzer und Goldringe“ sowie „O wie Ohrringe“.

K wie Kubanische Mentatlität. Ich fragte ihn, ob die österreichische Mentalität „a bissi anders ist“ als die kubanische. „A bissi?“, er schrie vergnügt auf, „Viel, viel, viel, viel anders!!“ Dann beruhigte er sich und ergänzte, „Aber ich denke, jedes Land hat seine Besonderheiten. Man muss sehr flexibel sein und das auch annehmen.

L wie langsamer Walzer. Da er viel auf der Bühne steht, kommt Silvio privat selten zum Tanzen. Mit seiner Frau wolle er auch Tanzkurse besuchen. Aber der langsame Walzer „möchte mir nicht ins Blut kommen“, seufzte er, „ich bleibe lieber bei Salsa und Mambo!“ Siehe auch „T wie Tanzen“.

M wie Multikulti-Ball. Da ist Silvio mit seinem ehemaligen Kollegen Alejandro 3x in Folge aufgetreten. In Erinnerung geblieben sind ihm die begeisterten Ballbesucher, das traditionelle Essen von „so vielen Ländern! Ich habe versucht, in den Pausen so viel wie möglich auszuprobieren“, auf dem Ball geschlossene Freundschaften sowie der anstrengende Klavierabbau und –transport. „Die Leute wollten gar nicht weg. Es wurde so viel getanzt. Die Stimmung war genal. Ich kann mich erinnern, dass die letzten Gäste erst so irgendwann nach 4 Uhr in der Früh gegangen sind“, lachte er, „wir mussten das Klavier abbauen, in die Metallkiste legen und dann den langen, langen Korridor entlang schleppen. Das war der härteste Part!

O wie Ohrringe. Silvio trägt tolle Ohrringe, die man hier zulande selten sieht. Ich fand seinen Ohrring mit einem fein eingearbeiteten Marienfigürchen samt einem biblischen Spruch sooo schön!

P wie Profi. Man merkt beim Fotoshooting, dass Silvio ein Vollprofi ist, der ein ganz positives, begeisterungsansteckendes Selbstbewusstsein und Körpergefühl ausstrahlt.

R wie Russland. Sein Studium „Maschinenschiffbauwesen“ absolvierte Silvio in Russland, wo er insgesamt 5 Jahre lebte. Dort hatte er nicht nur die russische Sprache sondern auch kalte Winter kennengelernt. Er konnte noch nicht ahnen, dass der Aufenthalt einmal eine „Eis(statt Feuer-)probe“ im buchstäblichen Sinne für sein späteres Leben sein würde.

S wie Sushi. An dem Tag wollte das Blog-Team, das sich „Schubidu Quartett“ nennt, eine sog. SSSS (Samstag-Schubidu-Sushi-Session) machen. Silvio hörte uns diskutieren und das Wort Sushi. Da fragte er uns schockiert, „Sushi?! Nicht Sushi!“ Die japanischen Nationalgerichte haben bei ihm noch keinen Gefallen gefunden, „das mit dem nicht gekochten Fisch… und im Reis drinnen, auf dem Reis… hmmm. Nein, nicht meins“, und verzog das Gesicht.

T wie Tanzen. Etwas, das seiner Meinung nach jedem Kubaner einfach im Blut liegt!

U wie Ukraine und Uruguay. Silvio spielt mit Musikern aus ganz unterschiedlichsten Ländern, sei es aus Lateinamerika oder aus Europa.

W wie Winter. Die richtig kalten Winter hat er in Europa kennengelernt.

Y wie Yes. Silvio, dessen Muttersprache Spanisch ist, spricht mehrere Sprachen fießend: Russisch, Deutsch (bereits mit einem leichten Grazer Akzent) und Englisch.

Z wie ZZZ (Schlafgeräusch wie man es von Snoopy-Stripes kennt). Der sehr flexible und unkomplizierte Musiker verabredete sich mit uns um 9 Uhr! Alle Achtung! Ich kenne persönlich nur wenige Musiker, die das schaffen…!!

 

Musikclips zum Gernhören und mehr Infos über Silvio und seine Live Band „Cuba Libre“ findet ihr auf www.cuba-libre.at!
Impressionen von Silvio und Cuba Libre am Ballabend hier!

Schubidu Quartett

Text: Chia-Tyan Yang

Fotos: Thomas Raggam

2 Comments

  1. LOL… das mit Sushi ist ja irre!

    • Ja – da mussten wir alle schmunzeln, als er es sagte

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